Liestal und Wein

 

Der Baselbieter Hauptort hat eine vergessene Winzerhistorie und war einst zweitgrösste Weinbaugemeinde im Kanton. Praktisch jede Liestaler Familie hatte eine Parzelle, mit welcher der Eigenbedarf gedeckt wurde. Angebaut wurde vor allem Elbling.

 

Der Rückgang des Rebbaus in Liestal begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Rebkrankheiten wie Rebläuse und Pilze dezimierten die Bestände in der ganzen Schweiz drastisch; vermehrte Spätfröste setzten den Trauben zusätzlich zu. Zudem wandelte sich die wirtschaftliche Situation: Mit der Eisenbahn 1854 konnten Weine importiert werden; die Liestaler fanden Arbeit in der aufblühenden Textilindustrie. Auch wurde das Bier ein zunehmender Konkurrent. 

 

All diese Gründe führten zum schnellen Rückgang der Rebflächen, die verbaut oder aufgeforstet wurden. 1923 gab es von den ehemals 50 noch 2,5 Hektar Reben, 1960 sogar nur noch einen halben Hektar. Heute liegt die Anbaufläche im Üetental immerhin wieder bei etwa 1.5 Hektar. Diese werden von 5 Winzern bewirtschaftet. der grösste Produzent ist die Familie Kaufmann mit ca. 85 Aren. Ebenfalls eine Parzelle besitzt die Kellerei Siebetupf mit ca. 25 Aren. Hinzu kommt Brodbeck Weinbau mit 8 Aren sowie zwei weitere Wein-Verbunde (je 15 und 5 Aren).